Die Penis-Dialoge: #1 Sexualität

21
Jun
2018

Einladung zum offenen Gespräch über Männlichkeit und Sexualität.

Mit Sorgfalt und Respekt, aber ohne Tabus: männer.ch lanciert mit den Penis-Dialogen eine längst fällige Gesprächsreihe. Nicolas Zogg und Markus Theunert laden ein zum offenen Gespräch über alles, was mit Männern und Männlichkeiten zu tun hat.

19.30 Uhr, Zentrum Karl der Grosse, Zürich.

When 21. Juni 2018 - 19:30 - 21. Juni 2018 - 21:30

Männlichkeit ist im Wandel. Zum Glück. Denn die herrschenden Männlichkeitskonzepte engen Männer auf ein paar wenige Eigenschaften wie Stärke und Leistung ein. Mann zu sein heisst noch immer: lernen, Gefühle abzuwehren und sich selbst fremd zu werden. Das Resultat sind Männer, die in engen Männlichkeitskorsetten gefangen sind. Wie kommen wir da wieder hinaus? Wie können wir Männlichkeitsnormen in der Tiefe verändern?

Indem wir darüber reden – offen, schonungslos, liebevoll. Welche Vorstellungen von Männlichkeit habe ich? Was machen diese Vorstellungen mit mir, mit meinem persönlichen Mann-Sein? Wo passe ich mich an, wo rebelliere ich, wo finde ich Freiheit?

In der ersten Runde der Penis-Dialoge widmen wir uns dem Thema Sexualität zwischen Leidenschaft und Leistungsdruck, Hingabe und Abgrenzung, Sinnlichkeit, Macht und Ekstase. Wie gelingt es, Kopf, Herz und Schwanz miteinander in Verbindung zu bringen? Wie komme ich aus sexuellen Abhängigkeiten heraus? Was ist nährende Sexualität?

Dies sind nur ein paar mögliche Fragen, die wir gemeinsam mit Bruno Wermuth (Paar- und Sexualberater; „Doktor Sex“ bei 20 Minuten) und Martin Bachmann (Männerberater und klinischer Sexologe im mannebüro züri) diskutieren.

Männer* und Frauen* sind herzlich willkommen. Keine Anmeldung notwendig. Eintritt frei, Kollekte

 

Kommentare

Liebe männer.ch

Leider kann niemand von unserem Verein an der kommenden Veranstaltung "Penis-Dialog" teilnehmen. Wir hoffen aber auf diesem Weg unser Anliegen in die Auseinandersetzung mit dem Penis einbringen zu können.

Wir erachten es als wichtig über das Genital des Mannes und seine Sexualität zu sprechen und diesbezüglich Aufklärung zu betreiben. Wir begrüssen ihre Veranstaltung daher sehr.

Das Genital des Mannes ist traurigerweise das am häufigsten verletzte Geschlecht, auch darüber muss man sprechen.

Fakt ist, die Genitalbeschneidung (-verstümmelung) von Knaben/Männern stellt in der Schweiz so wie weltweit die häufigste genitalen Verletzung von Menschen überhaupt dar. Die Amputation der Vorhaut hat jedoch keinen überzeugenden Nutzen, wohl aber langfristige und irreversible Nachteile im urologischen, sexuellen und psychologischen Bereich. Studien so wie Ärzteverbände halten zwar fest, dass eine Vorhautamputation bei Kindern aus rein medizinischer Sicht nur äusserst selten notwendig ist. Trotzdem zählt die Vorhautamputation nach wie vor zur häufigsten Operation in der Kinderchirurgie. In der Schweiz werden jährlich ca. 3000 Knaben (10%) ohne medizinische Notwendigkeit beschnitten.
Gemäss geltendem Strafrecht ist die Genitalbeschneidung von Knaben nicht zulässig, sie stellt sogar eine schwere Körperverletzung und somit ein Verbrechen dar (Art. 122 StGB). Die Staatsanwaltschaft wäre eigentlich gesetzlich dazu verpflichtet, Genitalbeschneidungen auch bei Knaben strafrechtlich zu verfolgen, doch nach wie vor werden Knaben ungestraft beschnitten. Die Genitalverstümmelung von Mädchen wurde, obwohl sie bereits eindeutig verboten war, zusätzlich mit einem speziellen Strafartikel (Art. 124 StGB) unter Strafe gestellt. Die Genitalverstümmelung von Knaben aber wollte man in diesen expliziten Strafartikel nicht mit einbeziehen.

Während nun also bei allen Formen von sexuellen Übergriffen auf Frauen (zu Recht!) ein kollektiver Aufschrei durch die Gesellschaft geht, schaut man bei den Männern konsequent weg. Die Genitalbeschneidung von Knaben wird tabuisiert und bagatellisiert, und immer noch wird vielerorts die groteske Behauptung geglaubt, eine Vorhautamputation habe präventive gesundheitliche Vorteile. Offensichtlich ist es gesellschaftlich akzeptiert, ja es entsteht sogar der Eindruck, es ist erwünscht und man erachtet es als richtig und wichtig, dass Männer genital verletzt werden.

Aktuell ist es so, dass bei 10% der Schweizer Männern (bei der muslimischen und jüdischen Bevölkerung wir die Beschneidungsrate sogar auf über 80% geschätzt) der empfindlichster Teil des Penis fehlt (die Vorhaut des männlichen Gliedes entspricht in sensorischer Hinsicht der Klitoris der Frau.) Fehlt der erogen empfindlichste Teil des Geschlechts, hat dies tiefgreifende Auswirkungen auf die Sexualität des Betroffenen wie auch auf dessen Partner und ihre Partnerschaft. 10% der Partnerschaften unserer Gesellschaft sind also von Genitalverstümmelung betroffen. Das ist erheblich und hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf unsere Gesellschaft.

Wir vermissen nun seit langem den Aufschrei der Männer -organisationen angesichts dieser immensen Verletzung ihresgleichen. Es fehlt der unüberhörbare Ruf nach Gleichberechtigung. Denn auch Männer sind vor jeglicher Form von Gewalt und Verletzung, insbesondere vor genitaler Verletzung zu schützen. Männer sind nicht weniger empfindlich als irgend jemand sonst. Verletzlichkeit ist definitiv keine Frage des Geschlechts.

Beim Gespräch über das Genital des Mannes und seine Sexualität darf die systematisch Genitalverstümmelung von Männern angesichts 10% betroffener Männer nicht mehr fehlen.

Freundliche Grüsse
Christoph Geissbühler (Geschäftsführer)
Pro Kinderrechte Schweiz

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