Bei Trennung beide Elternteile in die Verantwortung nehmen

24 Mär 18
Nicolas Zogg

Resolution zum Unterhaltsrecht verabschiedet – Kuno Hämisegger neuer Vizepräsident.

An ihrer Mitgliederversammlung vom 24. März 2018 in St. Gallen verabschiedet männer.ch eine Resolution zum revidierten Sorge- und Unterhaltsrecht. Zudem wird Kuno Hämisegger, früherer Delegierter für Public Affairs der Bankiervereinigung, zum Vizepräsidenten gewählt.

männer.ch als Dach der progressiven Männerbewegung fordert seit Jahren ein progressives Sorge- und Unterhaltsrecht. Bei der 2017 in Kraft getretenen Gesetzesrevision wurde denn auch die Leitidee der Solidargemeinschaft verankert, in der beide Elternteile sowohl Betreuungs- als auch Erwerbsarbeit leisten.

Zahlreiche Fälle dokumentieren jedoch, dass Behörden und Gerichte den politischen Willen zu wenig respektieren. In der verabschiedeten Resolution kritisiert männer.ch folgende Fehlentwicklungen:

  • Bei Trennungen wird ein traditionelles Familienmodell fortgeschrieben, selbst wenn die Rollenteilung vor der Trennung egalitär war.
  • Die alternierende Obhut wird verworfen, wenn sich ein Elternteil querstellt oder – meist entgegen den Absprachen – weggezogen ist.
  • Bei der Berechnung des Betreuungsunterhalts herrscht Wildwuchs. Betreuungsanteile werden nicht berücksichtigt und Kinderkosten nicht gerecht aufgeteilt.
  • Die 10/16-Regel ist nicht zeitgemäss und setzt falsche Anreize.

Die Resolution wurde stellvertretend dem Kantonsgericht St. Gallen überreicht und kann auf der Webseite von männer.ch unterschrieben werden (http://www.maenner.ch/unterhaltsrecht). Zudem wird männer.ch mit  parlamentarischen Vorstössen die zentralen Punkte in die politische Debatte einbringen.

Daniel Seeholzer tritt nach sieben Jahren aus dem Vorstand von männer.ch zurück. An seine Stelle wurde Kuno Hämisegger (62) unter Applaus gewählt. Hämisegger ist seit 26 Jahren in Bundesbern aktiv, war lange Jahre Delegierter für Public Affairs bei der Schweizerischen Bankiervereinigung, davor Chefökonom im Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement (EVD).

Bei männer.ch will er sich seinen langjährigen Interessen widmen: „ Väter wollen eine Rolle spielen – von Anfang an“. Dazu brauche es als Rahmenbedingung auch einen Vaterschaftsurlaub, was der gesamten Wirtschaft diene. „Verbundene Männer sind gesunde Männer, und damit eine tragfähige Stütze in Partnerschaft, Familie und Wirtschaft.“

Kontakt

  • Nicolas Zogg, Politik & Medien, 077 436 00 44, zogg@maenner.ch
  • Markus Gygli, Präsident, 079 757 79 91, gygli@maenner.ch
  • Kuno Hämisegger, Vize-Präsident, 079 434 50 03, haemisegger@maenner.ch