Lancierung MenCare-Footprint

1 Jun 18
Nicolas Zogg
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Weltpremiere: männer.ch lanciert ein Online-Tool das sagt, wie fair man(n) teilt. www.maenner.ch/footprint

Den ökologischen Fussabdruck kennen wir bereits. männer.ch lanciert zum Vätertag am 3. Juni den MenCare-Fussabdruck: Eine einzige Zahl sagt aus, welchen Anteil der unbezahlten Arbeit Männer leisten. Das Anliegen hat einen ernsten Hintergrund: Wie überall auf der Welt leisten Männer auch in der Schweiz deutlich weniger Care-Arbeit als Frauen. männer.ch will Gegensteuer geben – im Dienst des Verfassungsziels einer hälftigen Verteilung aller bezahlten und unbezahlten Arbeiten.

Schweizer Haushalte sind nach wie vor ungleich organisiert. Bei acht von zehn Tätigkeiten im Haushalt und in der Kinderbetreuung tragen weniger als 10% der Männer die Hauptverantwortung. Einzig bei Reparaturen (75%) und bei der Administration (42%) tragen Männer häufiger die Hauptverantwortung. Die Wäsche wird nur zu 4% hauptsächlich von Männern gemacht und bei 14% der Paare zu gleichen Anteilen. Die Hauptverantwortung für die Betreuung des Kinds im Krankheitsfall liegt nach wie vor in den meisten Fällen bei der Mutter (71%).

Ausgewogener ist die Arbeitsteilung beim Einkaufen, Putzen und Aufräumen sowie beim Kochen. Auch bei der Kinderbetreuung gibt es deutliche Bewegungen Richtung Egalität: So nehmen Schweizer Eltern die Verantwortung für das Spielen mit den Kindern in 66% der Fälle gemeinsam wahr. Auch die Verantwortung für die Unterstützung bei den Hausaufgaben wird in 41% der Schweizer Familien geteilt.

Männer leisten also einerseits den Tatbeweis einer immer stärkeren Beteiligung an der Haus- und Familienarbeit. Stereotypen weichen sich langsam auf, Normen verändern sich. Quer durch alle Bevölkerungsschichten ist auf Einstellungsebene Egalität das Ideal. Doch in der Realität sind die Beharrungskräfte stark. Die traditionelle Rollenverteilung wird von strukturellen Faktoren gestützt, insbesondere durch die politische Zurückhaltung bei der Förderung egalitärer Familienmodelle oder der Verhinderung des Vaterschaftsurlaubs.

Um für egalitäre Verteilung der Care-Arbeit zu sensibilisieren und Anreize zu setzen, hat männer.ch ein Online-Tool zur Berechnung des eigenen MenCare-Fussabdrucks entwickelt (www.maenner.ch/footprint). Er zeigt auf einer gesamtgesellschaftlichen Ebene, wie Haus- und Familienarbeit zwischen den Geschlechtern verteilt sind. Und er ermöglicht auf einer individuellen Ebene den direkten Vergleich: Erledige ich mehr oder weniger als die Hälfte der Haus- und Familienarbeit? Und stehe ich besser oder schlechter da als meine Geschlechtsgenossen?

Damit verfolgt männer.ch dasselbe Ziel wie mit dem Vätertag: Auf

 

der individuellen Ebene väterliches Engagement wertschätzen zu fördern – und auf der gesellschaftlichen Ebene Rahmenbedingungen einfordern, die väterliches Engagement ermöglichen.

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Kommentare

Lässt sich dieser Fussabdruck auch in Relation setzen zum Einkommen, das man(n) dem Haushalt beisteuert?
Oder soll die ubezahlte care-arbeit einfach 50/50 verteilt werden, unabhängig davon ob ein Partner 100% des Haushaltseinkommens in einer Vollzeitstelle generiert?

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