männer.ch demande un « droit à la certitude » : de même que les enfants ont un droit légal à connaître leurs parents biologiques, les hommes doivent pouvoir savoir s’ils sont pères.
En Suisse, un test en paternité nécessite l’accord de la mère de l’enfant. De l’avis de männer.ch, cela n’est pas défendable. Le législateur fait ainsi l’étrange hypothèse qu’il est préférable pour toutes les parties concernées de vivre avec des soupçons ou des mensonges plutôt qu’avec les faits. Pour nous, cela traduit un mépris pour le désir légitime d’un homme de savoir s’il est le père d’un enfant.
Le principe devrait être le suivant : le droit à la connaissance de la parenté biologique entre parents et enfant doit exister, à tout moment et dans toute constellation. Il doit en principe pouvoir être mis en œuvre indépendamment de la volonté de l’autre parent, sauf motifs très graves.
Nous revendiquons que la mise en application de l’un des “Droits humains” à savoir de pouvoir connaître ses origines et sa parentalité soit également applicables pour les hommes/pères.
Cette exigence de certitude ne doit pas, selon nous, déclencher un automatisme juridique. Il est nécessaire d’évaluer soigneusement, au cas par cas, la meilleure façon de garantir le bien-être de l’enfant dans le contexte de la paternité biologique et sociale. Il ne s’agit donc pas pour männer.ch d’affirmer que le père biologique est plus important pour l’enfant que le père social. Mais nous revendiquons la validité d’un droit humain – la connaissance de sa propre filiation et de sa parentalité – également pour les hommes/pères.
Bildung legt den Grundstein für Entwicklung und Entfaltung, Karriere und Status. Bildungsinstitutionen nehmen auch entscheidend Einfluss, mit welchen Geschlechterbildern unsere Kinder gross werden. Bildung kann Vielfalt und Chancengerechtigkeit stärken – oder gesellschaftliche Ungleichheiten weiter zementieren. männer.ch engagiert sich für ein Bildungswesen, das alle einbezieht und einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit leistet, gerade im Verhältnis der Geschlechter.
Gegenüber der Klage, dass eine «feminisierte Schule» schuld an Bildungsmisserfolgen von Jungen sei, hält männer.ch kritische Distanz. Die Problematik greift tiefer. Übersehen wird, dass es insbesondere Jungs aus prekären Milieus trifft. Vernachlässigt wird, dass sich Männer immer mehr aus pädagogischen Berufen zurückziehen.
männer.ch fordert eine geschlechtersensible Schule. Dafür braucht es mehr Genderkompetenz und eine bessere Geschlechterbalance im Lehrkörper. Genderkompetent zu sein heisst, Geschlechterverhältnisse, Rollenerwartungen und Ungleichheiten zu verstehen, kritisch zu reflektieren und dieses Wissen so anzuwenden, dass alle Geschlechter die gleichen Chancen haben.
Schule soll Kinder aller Geschlechter dabei unterstützen, ihre Potenziale zu nutzen – und sich dabei stets vor Augen halten, dass manche Gruppen von Kindern stärker darunter leiden, wenn Schule diese Aufgabe vernachlässigt.
männer.ch ist der Dachverband progressiver Schweizer Männer- und Väterorganisationen. Wir engagieren uns dafür, dass Männer den Gleichstellungsprozess nicht verschlafen – dass sie in diesem Prozess aber auch nicht vergessen gehen. Gerechte Geschlechterverhältnisse sind unser Ziel.
Gleichstellung ist für uns somit immer auch ein Projekt sozialer Gerechtigkeit. Sie ist nicht erreicht, wenn einfach die gut ausgebildeten Frauen und Männer mit den gleichen Privilegien versorgt sind. Diesem Irrtum drohen wir aber aufzusitzen, wenn wir Gleichstellung nur als Umverteilung männlicher Macht und Mittel denken.
Für uns bedingt echte Gleichstellung nicht weniger als die Überwindung des Patriarchats. Männer müssen ihre gesellschaftliche Dominanzposition abgeben. Kulturelle Männlichkeitsnormen müssen vielfältiger, weicher und so auch gesünder werden. Das sind enorme Herausforderungen. Denn unsere Gesellschaft rückt den Mann nach wie vor so stark ins Zentrum, dass wir meistens völlig ausblenden, wie sehr Männer, ihr Blick und ihre Bedürfnisse bis heute Norm und Mass aller Dinge sind.
Damit Männer in Würde vom Sockel des Patriarchats steigen können, brauchen sie Orientierung, Unterstützung und Alternativen. Wir machen es uns zur Aufgabe, politisch dafür zu kämpfen, dass diese flächendeckend zur Verfügung stehen. Und wir zeigen allen Männern auf, was sie gewinnen können, wenn sie sich als Männer und Menschen weiterentwickeln: Lebensqualität und Gesundheit, Beziehung und Verbundenheit, Selbstsicherheit und Autonomie, Kraft und Lebensfreude, um nur einige Beispiele zu nennen.
In der heutigen Schweiz verstehen sich Eltern in den meisten Fällen als Team, in dem alle Ihren Beitrag zur Erwerbs-, Familien- und Hausarbeit leisten. Trotzdem wirken «traditionelle» Rollenmuster bis in die Gegenwart nach und erinnern uns daran, dass der Vater in der Schweiz noch bis 1988 von Gesetzes wegen das Oberhaupt der Familie war, der für ihre materielle Sicherheit sorgen musste und im Gegenzug über die Belange seiner Gattin und Kinder entscheiden durfte.
Die meisten Väter sind heute in einem Dazwischen: Einerseits wollen sie in der Familie präsent sein und eine enge Beziehung zu ihren Kindern pflegen. Andererseits bleiben sie stark auf die Erwerbsarbeit fokussiert. So kommt der Vorsatz, ein präsenter Vater zu sein, faktisch einfach on top. Das erzeugt Stress und Druck. Weil in der öffentlichen Diskussion völlig unterbeleuchtet bleibt, wie schwer beides zu vereinbaren ist, deuten viele ihre Be-/Überlastung als persönliches Versagen.
männer.ch macht die widersprüchlichen Anforderungen an Väter sichtbar und unterstützt Männer beim Kompetenzerwerb, um damit besser umzugehen. Wir schulen Fachpersonen und beraten Institutionen der frühen Kindheit. Auch politisch setzen wir uns für familien- und väterfreundliche Rahmenbedingungen ein – auch nach Trennung und Scheidung.
männer.ch versteht sich als Teil einer fortschrittlichen Allianz, die Sexualität weder verteufelt, zur reinen Privatsache erklärt noch kommerzialisiert. Wir engagieren uns für eine Sexualpolitik, die sexuelle Bildung und Entfaltung stärkt, Freiheit und Unversehrtheit schützt, Verantwortung und Offenheit fördert, Machtgefälle und Ängste verringert, Missbrauch und Gewalt verhindert. Für uns ist klar: Das Sexuelle ist politisch.
Denn Sexualität ist mehr als ein Naturereignis. Wir lernen, was Sex ist und wie Sex geht. Dabei lernen wir aber auch viel Enges und Falsches. Deshalb wachsen wir, wenn wir als erwachsene Männer neue Perspektiven erfüllter Sexualität erkunden, jenseits von Leistungsstress und Erfolgsdruck. Das ist ein sehr persönlicher Prozess, der aber immer auch eine politische Dimension hat. Denn Bildung, Gesundheitsförderung und der Schutz der persönlichen Unversehrtheit sind zentrale Staatsaufgaben. Das gilt auch im Bereich der Sexualität.
Bei den allermeisten Gewaltvorfällen sind Männer die Täter. Männer haben zugleich aber auch ein erhöhtes Risiko, als Opfer von Gewalt betroffen zu sein. Diese Tatsache ist untrennbar mit gesellschaftlichen Männlichkeitsnormen verbunden. Diese rechtfertigen bis heute männliche Dominanz und Aggressivität. Gleichzeitig verhindern sie, dass Jungen und Männer ganz selbstverständlich jene Sozial- und Lebenskompetenzen erwerben, die sie für die gewaltfreie Selbstbehauptung brauchen.
männer.ch macht verdeckte Zusammenhänge sichtbar und erarbeitet Grundlagen für eine wirksame Gewalt- und Radikalisierungsprävention. Ein besonderes Augenmerk lenken wir auf die virtuellen Diskursräume gekränkter Männer, die versuchen, ihr eigenes Leid mit Hass auf Frauen und queere Personen zu kompensieren. Die Sehnsucht nach Status, Sex und Sicherheit lockt Jungen und Männer in diese «Manosphere».
Je grösser ihre Unsicherheit und Verletzlichkeit umso attraktiver die Verheissung. männer.ch leistet Aufklärungsarbeit und formuliert ehrliche Alternativen.
Männliche Sozialisation bezeichnet den Prozess des Männlich-Werdens. Das passiert im Wechselspiel zwischen Anlagen und Prägung. Das Ziel: Als Junge und Mann handlungsfähig und anerkannt zu sein. Das Problem: Die geltenden Männlichkeitsimperative verlangen das exakte Gegenteil dessen, was gesund hält. So gilt es beispielsweise als männlich, sich nicht mit der eigenen Innenwelt zu beschäftigen, nicht über das eigene Befinden zu sprechen oder bei Problemen keine Unterstützung zu suchen. Männer verinnerlichen diese Botschaften – und sterben deswegen früher, einsamer und bitterer. Diese Tatsache ist wissenschaftlich wasserdicht belegt.
männer.ch macht es sich zur Aufgabe, die gesundheitsgefährdenden Folgen männlicher Sozialisation zu benennen und gesundheitsförderliche Alternativen aufzuzeigen. Dafür müssen Jungen und Männer insbesondere lernen, liebevoll mit sich selber umzugehen – und bei Bedürftigkeit nicht reflexhaft nach weiblicher Zuwendung zu rufen.