Das Projekt Vorsicht Manosphere! vermittelt Eltern, familiären Bezugspersonen und Fachkräften Wissen, Orientierung und Sicherheit im Umgang mit Männlichkeitsideologien und Online-Radikalisierung.
Spätestens mit der Netflix-Serie Adolescence sind die Risiken männlichkeitsideologischer Online-Radikalisierung von Jungen, männlichen Jugendlichen und jungen Männern einer breiteren Öffentlichkeit bewusst geworden. Viele Eltern sind besorgt und fragen nach Information und Unterstützung. Auch Fachpersonen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, brauchen Wissen und Orientierung. Die neue Plattform www.manosphere.ch dient als Anlaufstelle und Anker.
Manosphere ist ein Sammelbegriff für Darstellungen, Denkfiguren und Debatten im Internet, die eine naturgegebene Geschlechterordnung und dominante Männlichkeit vertreten und verteidigen. Die prominenteste Figur ist Andrew Tate. Die Botschafter der Manosphere – so genannte Manfluencer – machen Frauen, Feminismus und Gleichstellung dafür verantwort- lich, dass sich viele Männer verunsichert und provoziert fühlen. Das heizt Frauenfeindlichkeit und Gewalt an. Besonders männliche Heranwachsende mit einem hohen Bedarf nach Status, Sicherheit und Stabilisierung ihres Selbstwerts sind gefährdet, in den Sog der Manosphere zu geraten.
Seit dem 31. März 2026 ist die Plattform www.manosphere.ch online. Die fachliche Verantwortung trägt die Fachstelle männer.ch. Das Projekt ist in Begleitung durch den Kanton Zürich, den Kanton Genf und die Städte Zürich und Winterthur entstanden. Das Bundesamt für Polizei unterstützt das Projekt finanziell in Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsverbund Schweiz in Umsetzung des nationalen Aktionsplans zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus.
Die Plattform vermittelt Wissen über Denkfiguren, Strömungen und Strategien der Manosphere. Sie klärt über die wichtigsten Begriffe und Codes auf. Sie nennt Anzeichen, Warnsignale und Alarmsignale, an denen Eltern erkennen können, dass Jugendliche in den Sog der Manosphere geraten sind – und formuliert differenzierte Handlungsempfehlungen. Ebenso erläutert sie Präventionspotenziale und gibt pädagogische Hilfestellungen.
«Die Manosphere verherrlicht männliche Dominanz und Gewalt. Das widerspricht unseren gesellschaftlichen und verfassungsmässigen Werten fundamental. Was können wir jungen Männern stattdessen anbieten? Orientierung, Unterstützung und positive Leitbilder.»
Jacqueline Fehr, Vorsteherin der DJI Kanton Zürich
Eltern und familiäre Bezugspersonen mit Wohnsitz im Kanton Zürich und Fachpersonen mit Arbeitsort im Kanton Zürich profitieren zudem ab sofort von einem spezialisierten, anonymen und kostenlosen Beratungsangebot. Termine für eine Einzelberatung bei einem von sieben spezifisch ausgebildeten Beratern können über die neue Plattform gebucht werden gebucht werden. Es werden auch regelmässig Termine für Gesprächsgruppen angeboten.
Die Plattform ist eingebettet in einen umfassenderen Aktionsplan zur kritischen Auseinandersetzung mit gewaltbegünstigenden und gesundheitsgefährdenden Männlichkeitsnormen. Am 2. November 2026 findet im Rahmen des Projekts eine nationale Fach- und Vernetzungs- tagung in Bern statt. Bundesrat Beat Jans wird als Vorsteher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements gemeinsam mit Regierungsrätin Jacqueline Fehr als Vorsteherin der Direktion für Justiz und Inneres Kanton Zürich und Regierungsrätin Nathalie Fontanet als Vorsteherin des Finanz-, Personal- und Aussendepartements des Kantons Genf die Tagung eröffnen.
Zielgruppe sind Fachpersonen in den Bildungs-, Sicherheits-, Gesundheits- und Sozialdirektionen der Kantone und grossen Gemeinden, die für Bildung, Gleichstellung und Integration sowie die Prävention und Bekämpfung von Gewalt und Radikalisierung zuständig sind.
Für Medienfragen steht Projektkoordinator Markus Theunert zur Verfügung.
Zitate im Mediencommuniqué (Siehe unten bei Links)