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MenCare Schweiz

MenCare ist eine globale Kampagne zur Stärkung väterlicher Präsenz und Fürsorge. Getragen von der Organisation Promundo und unterstützt von der Stiftung OAK, ist sie bereits in 35 Ländern auf allen 5 Kontinenten aktiv. Ihre Mission: Alltagsnahen väterlichen Einbezug als Schutzfaktor gegen familiäre Gewalt und als Hebel zur fairen Verteilung von Familien- und Erwerbsarbeit nutzen. männer.ch bringt MenCare als nationales Programm in die Schweiz. Die erste Programmphase 2015-2017 dient dem Aufbau. Ab 2018 wird MenCare Schweiz in zwei fünfjährigen Programmen breit sichtbar und wirksam. Bereits in Umsetzung befindet sich das MenCare-Projekt MAKI (Mehr Männer in die Kinderbetreuung). 

MenCare Portal: jetzt online

Das MenCare-Portal www.mencare.swiss is ab sofort verfügbar. Die Website enthält Informationen zu sämtlichen Projekten des MenCare-Programms in der Schweiz sowie journalistische Beitrage zu Care-Themen (jeden Freitag gibt es neue Artikel).

Ausgangslage

Die Forschung zeigt: Väterliches Betreuungsengagement wirkt sich positiv auf die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung von Babies und Kindern aus, stärkt die familiären Beziehungen, fördert die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Mütter und hält Väter gesund. Auch die UNO-Kinderrechtskonvention schützt das Recht der Kinder auf alltagsnahen Kontakt zu Mutter und Vater. In der Schweizer Familienrealität bleibt es – zumindest werktags – meist beim Wunsch. 

Situation in der Schweiz

männer.ch als Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen ist von der Stiftung OAK mit der Aufgabe betraut worden, in Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Schweizerischen Institut für Männer- und Geschlechterfragen (SIMG) die Kampagne in die Schweiz zu bringen. Die Grundlagen hat männer.ch 2013/2014 in einem partizipativen Vorprojekt ausarbeiten können. Das definierte Ziel: MenCare Schweiz forciert einen Wertewandel im Dienst eines verstärkten Care-Engagements von Jungen, Männern und Vätern – und leistet damit nicht nur einen wesentlichen Beitrag für mehr Schutz, Geborgenheit, Wachstum und Entfaltung von Kindern und Jugendlichen, sondern auch einen entscheidenden Beitrag für die gerechte Verteilung von bezahlter und nicht bezahlter Arbeit zwischen den Geschlechtern. MenCare Schweiz ist als nationales Programm konzipiert, das in mindestens drei Etappen über einen Zeitraum von 2015 bis 2027 wirkt und sich auf Basis der erarbeiteten Evidenzen und Partnerschaften ebenso organisch wie nachhaltig entwickelt. 

Vision

MenCare befördert eine Gesellschaft, in der Männer ganz selbstverständlich Sorge tragen und Verantwortung übernehmen für Kinder, Beziehungen und sich selbst – eine Gesellschaft, in der männliche Fürsorge entscheidend dazu beigetragen hat, gerechte Geschlechterverhältnisse und soziale Gerechtigkeit zu verwirklichen. 

Strategie

MenCare ist als nationales Programm langfristig angelegt und auf evidenzbasierte Wirkung während mindestens dreier Programmphasen ausgelegt. In der ersten Programmphase 2015-2017 legen wir einerseits den Grundstein für die aufbauenden Programmphasen 2018-2022 und 2023-2027 und erarbeiten andererseits bereits erste konkrete Produkte:

  • Im Handlungsfeld 1 «Grundlagen» (Lead: SIMG) erarbeiten wir die wissenschaftliche Basis. Dazu gehört die Sammlung und Publikation von Monitoringdaten, welche Art und Umfang männlicher Care-Beiträge ebenso wie die öffentlichen Politiken erstmals für die Schweiz umfassend evaluieren. Konkret nutzbares Produkt wird eine online zugängliche «Landkarte» mit Informationen zu Anlaufstellen und Projekten sein, welche Männer und Väter im Wahrnehmen ihres Care-Auftrages unterstützen. Forschungspartner sind das Institut für Integration und Partizipation der Fachhochschule Nordwestschweiz, das Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Lausanne (IUMSP) sowie das Schweizer Kompetenzzentrum Sozialwissenschaften der Universität Lausanne (FORS).
  • Im Handlungsfeld 2 «Öffentlichkeit» (Lead: männer.ch) bauen wir eine breiter abgestützte Public-Private-Trägerschaft auf, mit der wir auf Basis der Monitoring-Ergebnisse die Botschaften und Strategien entwickeln, welche ab 2018 in einer landesweiten Kampagne für die Öffentlichkeit wahrnehmbar werden. In der ersten Programmphase 2015-2017 ist der Schweizer Vätertag – er findet seit 2007 an jedem ersten Sonntag im Juni statt – der mediale Ankerpunkt.
  • Im Handlungsfeld 3 «Advocacy» (Lead: männer.ch) zielen wir darauf ab, männliche Care-Beiträge als Potenzial zur Lösung gesellschaftspolitischer Herausforderungen aufzuzeigen – und uns politischen Rahmenbedingungen anzu­nähern, welche alltagsnahe Väterlichkeit fördern. Dazu werden ausgewählte Themen in Gleichstellungs-, Familien-, Gesundheitspolitik und Gewaltprävention politisch verfolgt und medial begleitet.
  • Im Handlungsfeld 4 «Institutionen und Unternehmen» (Lead: SIMG) entwickeln und erproben wir evidenz-basiert (vgl. Handlungsfeld 1) und in Zusammenarbeit mit Fachorganisationen und Betrieben Formen väterspezifischer Beratung und Unterstützung im Hinblick auf männliche Care-Leistungen und –Bedürfnisse.
  • Im Handlungsfeld 5 «Sozialer Nahraum» (Lead: SIMG) unterstützen wir Männer, die bereits Care-Leistungen erbringen oder verstärkt erbringen möchten. Sie erhalten beispielsweise über ein neues Väterportal Hinweise auf Angebote zur Vernetzung und Unterstützung ihres Engagements. 

Weit fortgeschritten ist bereits das Teilprojekt MAKI (Mehr Männer in die Kinderbetreuung). 

Verantwortlichkeiten

Für das Programm als Ganzes sowie für die Handlungsfelder 2 und 3 ist männer.ch zuständig, für die Handlungsfelder 1, 4 und 5 das Schweizerische Institut für Männer- und Geschlechterfragen. Programmleiter MenCare Schweiz ist Markus Theunert. 

Partner

Das nationale Programm MenCare Schweiz resp. seine Projekte werden ermöglicht durch finanzielle Unterstützung der Stiftung OAK, der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft, der Jacobs Foundation, der Stiftung Mercator Schweiz, der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz, den Kantonen Zürich, Obwalden, Schaffhausen und Basel-Stadt sowie des Eidg. Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann

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